Aserbaidschan 1 (die Einreise und Führerscheinentzug durch die Polizei)

Nun ist es fix: wir sind mit unseren Motorrädern, nicht nur geografisch, sondern auch kulturell und landschaftlich in Asien angekommen. Wie bereits im Beitrag „Georgien“ geschrieben, musste ich für die Einreise nach Aserbaidschan spontan ein Visum organisieren. Trotz aller Dokumente war die Einreise mühsam und nervenaufreibend.

Doch alles der Reihe nach: um der größten Hitze zu entgehen, und ausreichend Zeit für den Grenzübergang zu haben, beschlossen Osvaldo und ich unsere Tagesetappe von Tiflis nach Ganja (Aserbaidschan) früh morgens zu beginnen. Gleich nach dem Starten der Motoren (und ohne Café) mussten wir die schwer bepackten Maschinen durch enge Gassen und Schotterpassagen manövrieren, um aus der Stadt zu kommen. Die Mühe wurde nur wenige Kilometer danach mit einer herrlichen Steppenlandschaft belohnt.

Grassteppe in Georgien.

Da wir bereits über lange Grenzwartezeiten vorgewarnt wurden, suchten wir uns noch auf georgischer Seite einen Rastplatz, wo wir sofort von LKW-Fahrern und Einheimischen umringt wurden. Die Stimmung war lustig und wir wurden erneut auf Cay eingeladen. Im Gegenzug wurde unsere Ausrüstung gründlich unter die Lupe genommen und unabsichtlich mit der Helmkamera ein Video aufgenommen.

Nach dem Zwischenstopp fuhren wir weiter zur Grenze, wo die Ausreise aus Georgien sehr geordnet und schnell von statten ging. Die Einreise nach Aserbaidschan war hingegen sehr mühsam, da man sich bei diversen Schaltern und Personen anstellen musste, um Stempel und irgendwelche Zettel zu bekommen. Anfangs dachten wir, dass es nur uns als Touristen so ergeht, konnten aber auch ein gewisses Maß an Verzweiflung bei lokalen LKW-Fahrern feststellen, welche mit der ungeordneten und willkürlichen Bürokratie auch nichts anfangen konnten.

Als wir alle erforderlichen Stellen abgeklappert hatten, wurde noch unser Gepäck durchsucht und uns danach eine Gute Zeit in Aserbaidschan gewünscht 😊. Wie es sich gehört, wird für jedes Fahrzeug, welches einreisen darf, ein schweres Eisentor vom Militär geöffnet.

Im Hintergrund das Eisentor

Führerscheinentzug kurz vor Ganja:

Die weitere Fahrt von der Grenze bis in die Stadt Ganja war generell unspektakulär, außer, dass gefühlt alle 5km eine Polizeikontrolle auf Kunden wartete. Schlussendlich hat es auch uns erwischt und der beleibte Polizist meinte, dass die Fahrt jetzt zu Ende sei, da uns soeben der Führerschein für 12 Monate abgenommen wird. Begründung war das Überqueren einer Sperrlinie.

Osvaldo und ich waren auf diese Polizeispielchen eingestellt und begannen intuitiv mit einer Good & Bad Cop Verhandlungstaktik: Ich bedankte mich beim Polizisten für den Hinweis Sperrlinien nicht überfahren zu dürfen. Osvaldo begann lautstark auf italienisch die Telefonnummer seiner Botschaft zu wählen, um mit ihnen den Fall zu klären (das Handy war natürlich im Flugmodus).

Der Polizist stieg auf unser Spiel ein und machte das Angebot, beim Bezahlen einer Geldstrafe von umgerechnet 400€ ein Auge zu zudrücken. Schnell handelten wir ihn auf 100€ hinunter, woraufhin wir unsere „Polizeigeldbörsen“ holten. Leidergottes konnten wir aber nur ca. 15€ in bar aufbringen. Als wir beteuerten dieses Geld auch noch für Hotel und Abendessen benötigen, ließ uns der Polizist schlussendlich ohne einer Strafe weiterfahren 😎.

Aserbaidschan scheint eine „Melonenrepublik“ zu sein

Nicht nur neben sondern auch auf den Straßen sind sie überall zu sehen:

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