Kasachstan

Gleich vorweg:

Es tut mir sehr leid, dass ihr nun schon länger nichts von mir gehört habt.

Es geht mir sehr gut, aber die Tage östlich des Kaspischen Meeres sind nun deutlich extremer, als auf der „europäischen Seite“ meiner Reise. Dies hat zur Folge, dass am Abend kaum Zeit für das Schreiben ist. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, hier kurz der Ablauf eines, für mich schon normalen Tages:

  • Temperaturen bis zu 44 Grad
  • schlechte Straßen erfordern stundenlang höchste Konzentration
  • Fahrten fast ausschließlich durch Steinwüste
  • Über hunderte Kilometer keine Infrastruktur oder Anzeichen von Zivilisation
  • Pausen sind schwierig, da es nichts gibt, was Schatten spendet
  • erhöhtes Sresslevel durch das spärlich vorhandene Benzin-Tankstellennetz in Usbekistan (fast alle Fahrzeuge fahren hier mit Erdgas)
  • findet man doch eine geeignete Tankstelle, wird oft nur Benzin mit 80 Oktan verkauft, mein Motorrad braucht eigentlich 95 Oktan 😅
  • Und wenn wir erschöpft in unseren Unterkünften ankommen, treffen wir auf Bekannte von der Fähre. Ein gemeinsames Abendessen, stundenlanger Erfahrungsaustausch und die Planung der nächsten Etappen sind mein Abendprogramm

Danke all jene, die nachgefragt haben, ob alles in Ordnung ist! 😀

Kasachstan

Nach dem stundenlangen Prozedere, um das Hafengelände zu verlassen, könnten wir am 26.7.2019 endlich echten kasachischen Boden befahren. Ähnlich einer Marsmission standen wir nun in vollständiger Dunkelheit (3 Uhr!), bei sengender Hitze mitten in der Wüste. Das von Booking.com beworbene Hotel neben dem Hafen, konnte von keinem der 10 Motorradfahrer gefunden werden. Wir beschlossen der frisch asphaltierten Straße in die nächste Ortschaft zu folgen. Gesagt getan waren wir nach ca. 10 Kilometer in unserem ersten kasachischen Hotel. Ich bin mir nicht ganz sicher ob die Gastgeber sich über 10 zusätzliche zahlende Gäste um halb vier Uhr morgens gefreut oder geärgert haben….

Der nächste Tag begann relativ spät mit einem deftigem Frühstück, bestehend aus Spiegelei, gebratenen Würsten und extrem extrem süßem Kaffee. Da die geplante Tagesetappe von Daniela & Wolfgang (DE), Martin (SK), Osvaldo (IT) und mir (AT) ident waren, beschlossen wir uns am Abend im selben Hotel zu treffen und gemeinsam Abendessen zu gehen.

Die gesamte Fahrt an diesem Tag war ein guter Vorgeschmack auf die folgenden 2.000km in den nächsten Tagen: Wüste, Hitze, schlechte Straßen, wenig Möglichkeiten zur Rast,…

Die Belohnung für all diese Strapazen war der Anblick der ersten Kamele neben und auf den Straßen. Ich habe es bisher nur wenigen Personen erzählt, aber die Begegnung mit diesen Tieren, ist ein wichtiges Ziel meiner Reise und ein persönlicher Traum: Mit dem Motorrad fahren, bis Kamele anstatt Kühen neben der Straße stehen…

Der Traum: Kamele auf der Straße begegnen ✅
Schöne aber sehr anstrengende Tagesetappe
Wieder Kamele 😀
Perfekte Straßen für die Reiseenduro 😉

Kaum im ersten (und vorerst einzigen) Hotel in Kasachstan angekommen, wurden wir herzlich von Kindern empfangen. Motorräder und Ausrüstung wurden ausgiebig inspiziert 😊. Auf die Frage wo man hier Einkaufen kann, führten sie uns zum „Magazina“, einem winzig kleinen Geschäft wo wir uns Wasser und Snacks für den nächsten Tag kauften.

Kaum wieder im Hotel angekommen, staunte ich nicht schlecht, als ein VW Golf mit SE-Kennzeichen (Steyer-Enns, Niederösterreich) vor der Tür stand. Die Fahrer waren Markus und Roman aus Steyer bzw. Amstetten. Sie sind von zu Hause in diesem Auto aufgebrochen um einen interessanten Urlaub zu verbringen und das Auto in Usbekistan zu verkaufen.

Fast wie daheim

Rakimjan (rotes T-Shirt) und seine Freunde

Hinterlasse einen Kommentar