Komplett ausgeruht und voller Energie ging es am Dienstag den 6. August von Samarkand in Richtung Osten um die Grenze nach Tadschikistan zu überqueren.
Bereits nach ca. 1 Stunde Fahrt, veränderte sich die Landschaft, die wir nun seit bald 2.000 km gewöhnt waren. Statt der schier endlosen Ebenen in der kasachischen und usbekischen Wüste, konnten wir nun die ersten Berge erblicken.
Die Einreise in das gebirgige Tadschikistan war, wie erwartet, zeitaufwändig. Unzählige Passkontrollen, Fahrzeug-Ein- & Ausfuhr-Formalitäten, Bezahlen einer 10$ Gebühr, Begutachtung des Fahrzeugs und jede Menge Small-Talk mit Polizisten.
Nach ca. 1,5 Stunden war aber auch dieses Prozedere erledigt und das Grenztor zu Tadschikistan öffnete sich.
Freundlicher Empfang und der Tunnel des Todes 💀:
Die Fahrt durch Tadschikistan (und später auch Kirgistan) war stets lustig, da Kinder am Straßenrand stehen und uns zuwinken. Als besondere Herausforderung für die Knochen, stellte sich die Aufforderung zum „Abklatschen“ mit den Kindern heraus.
Die Straße zur tadschikischen Hauptstadt Dushanbe, welche der Ausgangspunkt für den Pamir Highway ist, war äußerst schön, kurvenreich und führte entlang von steilen Flussufern. Eine Passage war unerwartet abenteuerlich, da sie durch den 5 km langen Anzob Tunnel führte. Dieser hat sich weltweit unter „Tunnel des Todes“ einen Namen gemacht hat. Grund dafür dürften die schlechten Straßenbedingungen und die fehlende Lüftung sein. Für weitere Informationen, könnt ihr euch gerne den folgenden Artikel ansehen. Ich persönlich kann die Hysterie zwar verstehen, aber nicht teilen 😉.
Pamir Highway ohne Osvaldo?
Eigentlich war der Plan, dass Osvaldo und ich gemeinsam den Pamir Highway befahren werden.
Wir waren uns bewusst, dass die 1.500 km alles andere als eine Spazierfahrt werden würden. Und dass wir nur fahren, wenn wirklich alles passt. Leider kamen auf Osvaldo innerhalb von 24 Stunden einige Probleme zu, die ihn an der Sinnhaftigkeit seiner Abfahrt zweifeln ließen:
- er hat seine Brille auf der Grenze vergessen (optisch und selbstverdunkelnd – 800€)
- Motor streikte im „Tunnel des Todes“ für ein paar Sekunden
- ein ausgefallener Zahn
Es wäre sehr naiv, wenn man diese Ereignisse nicht als schlechtes Omen für eine 7-tägige Fahrt auf über 4.600m Höhe, fast ausschließlich Schotterstraßen, und sehr schlechte Infrastruktur deuten würde. Deshalb trennten sich unsere Wege in Dushanbe.
Alleine auf den Pamir Highway?
…natürlich nicht!
Ich habe im Hotel in Dushanbe Glen Eagle aus Australien kennengelernt. Er ist seit April auf seiner F800GS (das gleiche wie mein Motorrad) von London nach Sydney unterwegs. Er ist der ideale Reisepartner, da er jahrzehntelange Outback-Erfahrung hat. Dieses Wissen wird sich später auf den schlechten Straßen und kaputten Motorrädern bezahlt machen …




