I‘m coming home

Die Zeit in Ulaanbaatar vergeht wie im Flug….

Bei einem Tagesausflug zur Reiterstatue von Dschingis Khan hat mein Motorrad mehr Schmutz und Staub abbekommen als auf der gesamten Reise. Grund dafür war eine 50km lange, extrem staubige Baustellenumfahrung. Kurzerhand entschloss ich mich, mein Motorrad waschen zu lassen.

Gesagt getan: die ganze Reinigung dauerte 1,5 Stunden und wurde von einem jungen Mitarbeiter der Waschgarage in Handarbeit durchgeführt. Eine anschließende, von mir durchgeführte, Wartung mittels Kompressor und WD40 Schmieröl, ließ die Maschine in neuem Glanz erscheinen. Unter einigen Tasten und Schaltern hat sich Wüstensand versteckt, der die Funktion stark beeinträchtigte. Die Druckluft aus dem Kompressor sagte diesem den Kampf an.

Gut erholt und mit einem Motorrad das optisch wie neu aussah, ging es am 30. September von Ulaanbaatar in Richtung Russland, um dort nach 3 Tagen meinen Freund Sepp in Irkutsk zu treffen. Laut Karten und Informationen aus dem Internet sollten die Straße, der 1.000km langen Strecke, in Russland 1A und in der Mongolei zumindest durchgehend asphaltiert sein.

Diesen Angaben nach, sollten die 1.000km + 1 russischer Grenzübergang in 3 Tagen einfach machbar sein … sollte …

Leider stellte sich der erste Tag als eine Zerreißprobe für meine Nerven, Navigationsfähigkeiten, Kupplung, Reifen und vorallem dem Fahrwerk (Federung) heraus. Der Grund dafür: Ein mongolischer Politiker beauftragte ein Bauunternehmen mit der Sanierung der bereits bestehenden Straße. Soweit so gut, aber anstatt zuerst eine Umleitung einzurichten und dann die Straße etappenweise (z.B. 50km) zu erneuern, wurde hier zuerst die gesamte bestehende Straße mit Barrikaden aus Sandhaufen unpassierbar gemacht. Und erst danach wird mit dem Einrichten und Bauen einer Umleitung begonnen ?!?!An einigen Stellen ist die Umfahrung noch nicht fertig gestellt und andere müssten dringend wieder instandgesetzt werden. Teilweise gibt es provisorische Brücken, wo aus der Fahrbahn 10cm langes Bewehrungseisen ragt. Liegengebliebene Autos mit kaputten Reifen und Stoßdämpfern sind somit ständige Begleiter auf der Strecke.

Wie in der Mongolei so üblich, reagieren die Fahrer genervt aber auch flexibel und fahren links und rechts der „Straße“ um sich einen besseren Weg zu suchen. Oft klappt es, manchmal endet es im Tiefsand 😉🙄.

Ich bin den lokalen Motorradfahrern gefolgt und somit einige Male den Absperrung der „Baustellenstraße“ umgangen (mit Auto nicht möglich). Ich staunte nicht schlecht, als ich in Summe 30km, auf gut asphaltierter Straße alleine gefahren bin, während links und rechts die Autos im feinen Sand versinken….

Am Abend des ersten Tages hab ich Amandine und Oliver kennengelernt. Sie hatten elektrische Probleme mit ihrer Honda Transalp. Da ich neben allenmöglichem Werkzeug auch ein Multimeter dabei hatte, konnten wir rasch die Batterie und die Lichtmaschine als Fehlerquelle ausschließen. Nach dem Austausch des Spannungswandlers sprang die Maschine problemlos an (ist ein bekanntes Transalp-Problem und Oliver hatte daher den entsprechenden Ersatzteil dabei).

Nach erfolgreich getanener Arbeit beschlossen wir noch ein Stück gemeinsam zu fahren…..geendet hat die Fahrt bereits nach 40km in völliger Dunkelheit und mit Sturm, der es beinahe unmöglich machte das Motorrad auf Spur zu halten. Ein kleines Gebäude neben der Straße spendete uns soviel Windschatten um die Zelte mit vereinten Kräften aufzustellen. Zum Abspannen der Leinen, dienten die Felgen der Motorräder und herumliegende Betonstücke.

Porentiefe Reinigung
Die 100ste Verabschiedung von Daniela und Wolfgang – vermutlich nun für länger, da sie mit dem Flugzeug bereits nach Seoul gereist sind
Staubige Pisten soweit das Auge reicht
Ende der offiziellen Umfahrungsstrasse. Ab jetzt gehts off-road weiter
Provisorische Werkstatt am Bahnübergang
Gottseidank: Am Morgen legt sich der Sturm

Gemeinsames Frühstück mit heißer gesalzener Milch. (Mongolisches Hausmittel bei kalten Temperaturen und Regen

Ein Kommentar

  1. Die Videos sind beeindruckend. Fein, dass ihr alle 3 schon in Moskau eingetroffen seid. Weiterhin gute Heimreise und dir Thomas gute und unfallfrei „Schlussetappen“. Renate und Reinhold

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